Autodesk Maya / 3DS Max - Ein Abend in Frankfurt mit Epic Games und Chris Wells

19.Jul.2007

Beginnen möchte ich den Blog Eintrag mit einem Auszug aus einem Interview mit Mark Powell, Software Sales Manager bei Autodesk, nachzulesen in der Digital Producion 06:06:

Epic Games "... Autodesk konzentriert sich auf das professionell produzierende Gewerbe [ ]. Semiprofessionelle Anwender, die sich die Lizenzen für Applikationen wie Maya oder Max [ ] nicht leisten können, sehen wir nicht als relevante Zielgruppe. Wir haben für Maya 8 keine PLE Version geplant. ..."
Um so erstaunlicher, dass nicht nur eine Maya PLE Version 8.5 veröffentlicht wurde, sondern Autodesk ganz konkret den Kontakt zu Studenten und Schülern sucht und diesen ihre Produktpalette zum kostenlosen Download anbietet.
Der von Autodesk gesponsorte Abend in Frankfurt mit Chris Wells von Epic Games ist sicher auch ein Schritt in diese Richtung. Zumindest habe ich dort viele junge Menschen getroffen.

Nach einer fast 2-stündigen Zugfahrt von Siegen nach Frankfurt und der Erkenntnis, dass die Deutsche Bahn reine Abzocke betreibt, bzw. nicht in der Lage ist, eine vernünftige, nach gesundem Menschenverstand funktionierende Preispolitik zu betreiben (das gleiche Ticket, erworben in dem entsprechenden Verkehrsverbund, kostet nur die Hälfte!), vertreiben Michael und ich die verbleibende Zeit bis zum Vortragsabend mit Sightseeing. Frankfurts Innenstadt bietet nettes Ambiente mit Blick auf die gewaltigen Finanzbauten in direkter Nähe, irgendwie ein unrealistischer Kontrast zwischen HighEnd Technik und mittelalterlicher "Altstadt" Architektur. Frankfurt Gegensatz

Pünktlich um 17.00 Uhr trudeln wir zur Registrierung am Veranstaltungsort, dem Frankfurter Capitol (Theater) ein und treffen dort auf weitere Studenten der Fachgruppe Computergraphik an der Universität Siegen. Nach ein paar kühlen, gesponsorten Getränken begann eine kleine Vortragsreihe von insgesamt 1,5 Stunden in dem Universum des Capitols. Bei ausgefallener Klimaanlage und einem etwas überfüllten Raum war es nicht das entspannteste Erlebnis seiner Art. Bild und Ton hingegen brachten die Trailer gut rüber und die Referenten waren gut zu verstehen.

Der erste Beitrag wagte einen Blick in die Zukunft der Spieleindustrie im Allgemeinen bis ins Jahr 2011 und rückte die Autodesk Produkte Maya und 3DS Max in ein besonderes Licht und verdeutlichte die Ausnahmestellung der Software in der Industrie. Dabei prophezeite der Referent (Produktleiter von Autodesk) eine deutliche Steigerung der Mobile Games für die nächsten Jahre in exponentiellem Maße, dass nach meiner Einschätzung durchaus angezweifelt werden kann. Insgesamt blieb der Eindruck einer Werbeveranstaltung, was aber auch angesichts der kostenlosen Teilnahme und der Getränke in Ordnung war. Gelohnt hat sich der Besuch allemal, denn im Anschluss bekamen wir einige coole Features von Maya 8.5 zu sehen. Der Referent zeigte die Möglichkeit, eine fertige Animation eines Characters mit einer Art "copy & paste" auf einen anderen zu übertragen und im 2.Teil stellte er das Tool nFlag und seine Leistungsfähigkeit vor. Sehr inspirierend.

Chris Wells

Chris Wells, Senior Character Artist bei Epic Games und aktuell an der Entwicklung des Computerspiels Unreal Tournament 3 beteiligt, vermittelte das Konzept des Pipeline-Prozesses bei Epic Games an Hand eines Characters der "Next Generation". Ein UT3 Character besitzt bis zu 32 Millionen Polygone und verschlingt eine Entwicklungszeit von mindestens 45 Tagen. Chris betonte die Produktionsrichtung von LowPoly nach HighPoly, so dass Characters sowohl im "inGame" als auch für fertige Animationen, z.B. Trailer, verwendet werden können. Er zeigte einen aufgeräumten UV-Texture Editor, der einen problemlosen Austausch der Kleidung der Charactere ermöglicht und referierte über zwei Unterschiedliche Ansätze des Polygon Modellings, deren Vor - und Nachteile bei mir leider nicht ganz angekommen sind. Dabei wurde das Zusammenspiel der einzelnen Produkte deutlich (Maya/3dsMax -> Mudbox/ZBrush -> Photoshop/Deep Paint usw.). Insgesamt ebenfalls ein interessanter Vortrag.

Chris Wells Chris Wells Chris Wells

Über den letzten Referenten, der seinen "Part" dann wieder in deutsch sprach, aber zu 75% Anglizismen (nicht mal) verwendete (z.B. rauspasten, Tool zum rauspushen usw. Schrecklich!) und scheinbar etwas unvorbereitet über die "bahnbrechenden" Neuerungen von 3ds Max referierte, möchte ich mich nicht weiter äußern. ;-)

Den Abschluss eines gelungenen Tages bildete ein kaltes Schöfferhofer Weizen Bier gesponsort von Autodesk!

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