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13.09.06

Blog im Web 2.0 und ein Fazit


Der Platz des Blog im Web 2.0


Mit dem Begriff Web 2.0, der auf keine klare Spezifikation wie z.B. einer RFC aufbaut, sondern vielmehr ein von den Medien geschaffenes sprachliches Konstrukt ist, sind diverse Entwicklungen gemeint, die andernorts auch unter dem Begriff Social Software existieren. Hierzu zählen u.a. die Fotocommunities Flickr und Photobucket, die von sämtlichen Internetbenutzern erweiterbare Enzyklopädie Wikipedia, das zur Verbreitung von Daten beliebte File-Sharing-Protokoll BitTorrent aber auch die die vormals private Homepage ersetzenden Weblogs.

Technologien, die hier zum Einsatz gelangen sind das RSS in seinen verschiedenen Ausprägungen, sein potentieller Nachfolger Atom, das RDF um nur die wichtigsten zu nennen.

Der wohl augenscheinlichste Unterschied dieser Anwendungen zu vorigen Technologien, wie z.B. statischem HTML, FTP, der „klassischen“ englischprachigen Bibliothek Encyclopædia Britannica ist die Möglichkeit bei den neuen Anwendungen direkt und ohne technische Kenntnisse inhaltsbezogen Content veröffentlichen zu können.
Hierbei bedarf es in der Regel nur einer Internetverbindung, eines Webbrowsers und den eigenen Ideen, die man an den Mann bringen möchte. Oft fallen in diesem Zusammenhang auch noch Begriffe wie Ajax (welches zum dynamischen Nachladen von Daten zwischen dem Server und dem Browser benutzt wird – der Benutzer muss also nicht die komplette Website neuladen) oder Web Services (spezifizierte Schnittstellen auf entfernten Rechnern, die es anderen Anwendungen erlauben, z.B. mittels XML-RPC auf deren Daten zuzugreifen), diese stehen jedoch nicht zwingend in einem direkten Zusammenhang zu Weblogs.

Weblogs nehmen jedoch eine zentrale Rolle ein, da sie mit Hilfe der teils neuen, teils schon bewährten Techniken es dem User erlauben, seine Ideen und seine Kreativität ohne Technikkenntnisse zu veröffentlichen und sich damit darzustellen. Das Web ist einfach eine Spur privater geworden und führt die Menschen wieder enger zusammen. Seiten wie OpenBC oder das gerade so populäre Studiverzeichnis tragen nicht unerheblich zu dieser erfreulichen Entwicklung bei.



Fazit

Weblogs ersetzen erfolgreich die ehemals private Homepage, die meist nur selten und ungenügend aktualisiert wurde, um den Besucher auch regelmäßig hinschauen zu lassen. Weblogs vereinfachen es nicht nur den Autoren, ihre (meist auch spontanen Gedanken) schnell und problemlos der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sie stärken auch die Vernetzung kommunikationsbedürftiger Menschen untereinander. Darüber hinaus ermöglichen sie es durch die Push-Verfahren RSS und Atom dem mit Zeitmangel ausgestattetem Benutzer, sich dennoch stets über alle Neuigkeiten in Kenntnis zu setzen, denn das zeit- und motivationsraubende erfolglose Nachschauen nach aktualisierten Inhalten entfällt nun. Wie oben aufgeführte Zahlen eindrucksvoll beweisen, haben sich die Weblogs erfolgreich etabliert, was nicht zuletzt an einfach zu benutzenden Systemen mit vergleichsweise komplexer Technik, die jedoch komplett im Hintergrund bleibt, liegt.

Ohne euphorisch zu plakatieren wurde in dieser Arbeit deutlich, dass das Web ein großes Update erfahren hat und immer mehr Menschen sich dieser Technik bedienen und sich das Wissen aus dem Netz nutzbar machen. In diesen Zeiten des Umbruchs fällt es schwer voraussschauende Ausblicke zu geben, doch eines dürfte klar sein, mit Wikis, Social Software und Blogs werden sich auch noch unsere Kinder beschäftigen.

Die verschiedenen Typen von Weblogs


Um selber Autor eines Weblogs zu werden ist es nötig, Zugriff auf die entsprechende Software zu bekommen. Hierbei wird zwischen zwei groben Vorgehensweisen unterschieden. Der nächstliegende Weg ist derjenige, sich aus einem der kommerziellen Anbieter einen heraus zu suchen und sich dort als Benutzer anzumelden. Dies nennt man Hosted Blogging.

Der Vorteil für den Benutzer ist hier, dass er von Informatik und der zugrunde liegenden Technik nichts verstehen muss, sondern sofort loslegen kann. Zu den Nachteilen zählen Werbeeinblendungen und eventuelle Serverüberlastungen.


Beispiele für Hosted Blogging:


  • Blogger

  • Blogger Pro

  • LiveJournal

  • TypePad

Im Gegensatz zum Hosted Blogging steht das Server Blogging. Hierbei muss der Benutzer selbst die Software auswählen, die er für sein Weblog verwenden will und dafür Sorge tragen, dass er über einen Webserver (sowohl in Form von Hardware als auch von Software) verfügt, der es ihm erlaubt, die Software zu betreiben. Diese Methode wird meist von erfahreneren Benutzern verwendet, die darüber hinaus größere Flexibilität des Systems wünschen.


Beispiele für Server Blogging


  • Blosxom

  • Greymatter

  • MovableType

  • Wordpress

Die Vorteile dieser Systeme liegen darin, dass sich jeder Benutzer sein individuelles Weblog erstellen kann, welches im Gegensatz zu vielen Hosted Blogging Systemen nicht nur kostenfrei, sondern auch werbefrei ist. Es steht dem Benutzer hierbei auch frei, sein System nach Belieben mit sogenannten Plug-Ins zu erweitern, um zusätzliche Funktionen (beispielsweise eine Verbindung zu seiner mittels last.fm aufgezeichneten Lieblingsmusik herzustellen) und das Aussehen seines Weblogs individuell zu gestalten.

Hierbei kommen sogenannte Themes zur Verwendung, also die Gesamtheit der Bilder und Einstellungen (meist unter Verwendung von CSS), die das Aussehen, den Textfluss, die Erscheinungen von Links u.v.m. beschreiben. Hierbei kann der Benutzer meist aus einer Vielzahl von anderen Benutzern bereits erstellten Themes wählen und seinen Favorit nach den eigenen Wünschen anpassen oder einfach verwenden.

Kleiner Wermutstropfen: Das Server Blogging erfordert einen eigenen Webserver mit installiertem PHP und einer Datenbank wie MySQL (eine erfreuliche Ausnahme bildet das Weblogsystem Pivot, welches ohne Datenbank auskommt).

Ein umfassender Vergleich der Systeme findet sich hier.


Beispiele für Desktop Blogging:


  • w.bloggar (Windows) für die Server Blogging Systeme MovableType, Wordpress, b2 evolution, Drupal, ... und für die Hosted Blogging Systeme Blogger, TypePad, Blog-City, TheBlog, ...

  • BlogJet (Windows) für "all leading weblog services"

  • Drivel (GNOME) für LiveJournal

  • Qumana (Windows) für Blogger, Drupal, LiveJournal, MovableType, TypePad, Wordpress, ...

Hierbei handelt es sich um Programme, die der Benutzer auf seinem eigenen Rechner installieren muss und die in der Regel mittels XML-RPC mit dem Weblogsystem auf dem Server kommunizieren. Hierzu stellen die Weblogsysteme, die Desktop Blogging ermöglichen, eine API zur Verfügung, also eine Schnittstelle, mit deren Hilfe die Desktop Programme mit den Weblogsystemen auf dem Server kommunizieren. Bei dieser API handelt es sich oft um die Blogger API. In der Regel muss im Programm der Benutzername, das Passwort und der XML-RPC URL angegeben werden. Einige Weblogsysteme (z.B. MovableType) unterstützen mehrere Weblogs, in diesem Fall muss eine Weblog ID mit übergeben werden, damit das System weiss, welches Weblog aktualisiert werden soll. Der Vorteil dieser Systeme erschließt sich nicht ganz, kommen doch Systeme der beiden anderen Kategorien ohne zusätzliche Software aus, was gerade die Einfachheit und vor allem die örtliche Unabhängigkeit erhöht. Die Benutzer solcher Systeme brauchen lediglich einen Webbrowser und sind betriebssystemunabhängig.


Befürworter der Desktop Blogging Systeme nennen jedoch die Rechtschreibprüfung, die Möglichkeit auch offline Artikel vorzuverfassen und die Möglichkeit, denselben Artikel in mehrere Weblogsysteme einzufügen. Scheinbar scheint hier dennoch Potential vorhanden zu sein, denn sogar Microsoft hat jetzt eine Blog-Software für Windows herausgegeben.

Weblogindikatoren

Die Frage, was denn ein Weblog nun eigentlich ist, wird von diversen Leuten teilweise sehr unterschiedlich beantwortet. Eine einfache, es auf den Punkt bringende Definition bietet Wikipedia:

Ein Weblog (engl. Wortkreuzung aus Web und Log), oft einfach nur Blog genannt, ist eine Webseite, die periodisch neue Einträge enthält. Neue Einträge stehen an oberster Stelle, ältere folgen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge.

In der Master Thesis von Wolfgang Schweiger werden drei Funktionen von Weblogs genannt. Demnach nutzen die User Weblogs in der Regel als Möglichkeit, Inhalte zu speichern, zu veröffentlichen und zu kommentieren.


So können in Weblogs Texte gespeichert werden, die mittels Hyperlinks, Bildern, Videos und sonstigen Dateien angereichert werden können. Diese Texte erhalten automatisch einen Permalink, der sie unter der stets gleichen URL auffindbar macht. Weblogsysteme bieten weiterhin die Möglichkeit, Kommentare zu Artikeln abzugeben, die entweder unmittelbar oder nach Prüfung durch den Autor auf der Seite des Artikels erscheinen. Somit kann der Artikel durch eigene Ideen ergänzt, korrigiert oder diskutiert werden.
Artikel können im Nachhinein vom Autor verändert werden, dies ist jedoch nicht üblich. Stattdessen wird ein neuer Artikel erstellt, der den alten ergänzt und/oder korrigiert. Artikel können verschiedenen Kategorien zugewiesen werden, um sie zu ordnen. Viele Weblogsysteme enthalten zudem eine Suchfunktion, die eine Volltextsuche über alle Artikel ermöglicht.

Darüber hinaus ist es mittels entsprechenden Plug-Ins möglich, Artikel mit Schlagwörtern, den sogenannten Tags zu versehen und hierüber auffindbar zu machen.


Ein weiterer Versuch einer Definition für Weblogs findet sich in [1] und lautet:

A blog is a web page that contains brief, discrete hunks of information called posts. These posts are arranged in reverse-chronological order (the most recent posts come first). Each post is uniquely identified by an anchor tag, and it is marked with a permanent link that can be referred to by others who wish to link to it.

Meist handelt es sich bei Artikeln auf Weblogs um informelle und persönliche Einträge, die vom Verfasser ja nach Lust und Laune eingetragen werden und einen kleinen Ausschnitt aus seinem Leben liefern sollen. Die Einträge sind meistens textueller Natur, Bilder tauchen recht häufig auf, Videos und Audiodateien zur Zeit noch eher selten.


Die Einträge können meist auch thematisch sortiert anzeigt werden. Jill Walker weist in ihrer Definition noch darauf hin, dass die Einträge sowohl fiktionaler als auch nicht-fiktionaler Natur sein können, wobei zweiteres die Regel ist.
Dies ist die inhaltliche Klassifikation der Weblogindikatoren, eine viel augenscheinlichere ist die Suche nach der verwendeten Software, die meist in Form von Copyright-Hinweisen auf der Website aufzufinden ist.

Einleitung

Das semantische Web oder auch Web 2.0 ist derzeit in aller Munde. Hinter diesem Begriff verbergen sich eine Reihe von Konzepten und Technologien, die es dem User erleichtern, seinen Content (also das, was er mitteilen möchte) auf einfachere Art und Weise als bisher unter Verwendung meist schon bestehender, jedoch in neue Kontexte gesetzter Techniken zu veröffentlichen. Diese Hausarbeit möchte die von Weblogs - die dem semantischen Web zugerechnet werden - verwendeten Techniken näher beleuchten. Social Software, ein Schlagwort, dass oftmals im gleichen Atemzug mit Web 2.0 genannt wird, umfasst neben den Weblogs auch noch die Wikis, deren Funktionsweise hier nicht weiter beleuchtet werden soll.


Generell existiert noch wenig wissenschaftlich fundierte Literatur über Web 2.0. In http://news.rpi.edu/update.do?artcenterkey=1676 wird eine Zusammenfassung eines Artikels des Magazins Science gegeben, in welchem dafür plädiert wird, eine „Web-Wissenschaft“ zu schaffen. Web-Forschung wird demnach derzeitig in der traditionellen Informatik vernachlässigt. Dies soll sich in Zukunft ändern sagt Jim Hendler, der als Schöpfer des Semantischen Webs angesehen wird.


In der Einladung zum Workshop „The Emerging Science of the Web“, der vom 12.-13.09.2005 in England gehalten wurde und an dem Personen wie Tim Berners-Lee vom MIT (Erfinder des WWW) oder Jim Hendler von der University of Maryland teilgenommen haben heisst es:

As the Web celebrates it's first decade of widespread use, the research community must address its attention to the key challenges presented for the next decade. For the Web to continue to revolutionize the sharing of human knowledge, we will be called upon to provide tools and techniques that enable web-wide integration of data, processes and knowledge currently held in off-web applications and proprietary formats. Regardless of the rubric under which they work -- the Semantic Web, Web Services, or the Grid -- system designers are seeking to develop a unified but decentralized information architecture that allows serendipitous integration of not just text, but also data, multimedia, and other knowledge products from across the global infospace. While we believe that the architecture of today's World Wide Web offers important direction, major contributions from across the range of computer science will be required to enable the Web to continue to take major steps forward.

Unter dem semantischen Web werden also weiterhin die Technologien verstanden, welche die erfolgreiche Vermischung von Text, Daten, Multimedia und anderen Wissensprodukten des globalen Infospaces möglich machen sollen. Da diese noch in der Entwicklung sind, können schwerlich konkrete Beispiele gebracht werden, jedoch die bei Weblogs verwendeten Technologien RSS und ATOM zur Synchronisation von Inhalten haben sicherlich teil an dieser Vision.


Eine andere Definition besagt:

Die Idee: Solange die Rechner die Daten selbst noch nicht verstehen, soll die Auszeichnung der Webinhalte mit Metaangaben (Daten über Daten) es den Maschinen ermöglichen, die Bedeutung von Webinhalten zu erfassen und sie entsprechend Vorgaben so zu "verstehen" bzw. anzuwenden.

Die offizielle Roadmap des semantischen Webs findet sich auf der Website von Tim Berners-Lee.


Heise.de:

Alleine 250.000 Blogs [gibt es] in Deutschland, in Frankreich über 3,5 Millionen dieser Tagebücher. Die Blogger-Suchmaschine Technorati scannt aktuell über 42 Millionen Blogs weltweit, Tendenz weiter steigend. Wie viele davon regelmäßig gepflegt werden, ist unklar. Fest steht: Blogger sind jung, die Hälfte aller Schreiber ist zwischen 13 und 27 Jahren alt. Bekannt geworden durch Krisenjournalismus wird Bloggen heute zum alltäglichen Kommunikationsmittel, wobei die Selbstreferentalität riesig ist. Blogger verweisen gerne auf andere Blogger.


In dieser Hausarbeit werden unter Weblogs nur die klassischen, hauptsächlich textbasierten Weblogs verstanden. Fotoblogs, also Websites, auf denen User hauptsächlich Fotos in zeitlich unbestimmten Abständen veröffentlichen oder Videoblogs, in denen Videos dasselbe Schicksal erfahren benutzen im Grunde dieselben Technologien, deshalb werden sie nur am Rande erwähnt.

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