Das semantische Web oder auch Web 2.0 ist derzeit in aller Munde. Hinter diesem Begriff verbergen sich eine Reihe von Konzepten und Technologien, die es dem User erleichtern, seinen Content (also das, was er mitteilen möchte) auf einfachere Art und Weise als bisher unter Verwendung meist schon bestehender, jedoch in neue Kontexte gesetzter Techniken zu veröffentlichen. Diese Hausarbeit möchte die von Weblogs - die dem semantischen Web zugerechnet werden - verwendeten Techniken näher beleuchten. Social Software, ein Schlagwort, dass oftmals im gleichen Atemzug mit Web 2.0 genannt wird, umfasst neben den Weblogs auch noch die Wikis, deren Funktionsweise hier nicht weiter beleuchtet werden soll.
Generell existiert noch wenig wissenschaftlich fundierte Literatur über Web 2.0. In http://news.rpi.edu/update.do?artcenterkey=1676 wird eine Zusammenfassung eines Artikels des Magazins Science gegeben, in welchem dafür plädiert wird, eine „Web-Wissenschaft“ zu schaffen. Web-Forschung wird demnach derzeitig in der traditionellen Informatik vernachlässigt. Dies soll sich in Zukunft ändern sagt Jim Hendler, der als Schöpfer des Semantischen Webs angesehen wird.
In der Einladung zum Workshop „The Emerging Science of the Web“, der vom 12.-13.09.2005 in England gehalten wurde und an dem Personen wie Tim Berners-Lee vom MIT (Erfinder des WWW) oder Jim Hendler von der University of Maryland teilgenommen haben heisst es:
As the Web celebrates it's first decade of widespread use, the research community must address its attention to the key challenges presented for the next decade. For the Web to continue to revolutionize the sharing of human knowledge, we will be called upon to provide tools and techniques that enable web-wide integration of data, processes and knowledge currently held in off-web applications and proprietary formats. Regardless of the rubric under which they work -- the Semantic Web, Web Services, or the Grid -- system designers are seeking to develop a unified but decentralized information architecture that allows serendipitous integration of not just text, but also data, multimedia, and other knowledge products from across the global infospace. While we believe that the architecture of today's World Wide Web offers important direction, major contributions from across the range of computer science will be required to enable the Web to continue to take major steps forward.
Unter dem semantischen Web werden also weiterhin die Technologien verstanden, welche die erfolgreiche Vermischung von Text, Daten, Multimedia und anderen Wissensprodukten des globalen Infospaces möglich machen sollen. Da diese noch in der Entwicklung sind, können schwerlich konkrete Beispiele gebracht werden, jedoch die bei Weblogs verwendeten Technologien RSS und ATOM zur Synchronisation von Inhalten haben sicherlich teil an dieser Vision.
Eine andere Definition besagt:
Die Idee: Solange die Rechner die Daten selbst noch nicht verstehen, soll die Auszeichnung der Webinhalte mit Metaangaben (Daten über Daten) es den Maschinen ermöglichen, die Bedeutung von Webinhalten zu erfassen und sie entsprechend Vorgaben so zu "verstehen" bzw. anzuwenden.
Die offizielle Roadmap des semantischen Webs findet sich auf der Website von Tim Berners-Lee.
Alleine 250.000 Blogs [gibt es] in Deutschland, in Frankreich über 3,5 Millionen dieser Tagebücher. Die Blogger-Suchmaschine Technorati scannt aktuell über 42 Millionen Blogs weltweit, Tendenz weiter steigend. Wie viele davon regelmäßig gepflegt werden, ist unklar. Fest steht: Blogger sind jung, die Hälfte aller Schreiber ist zwischen 13 und 27 Jahren alt. Bekannt geworden durch Krisenjournalismus wird Bloggen heute zum alltäglichen Kommunikationsmittel, wobei die Selbstreferentalität riesig ist. Blogger verweisen gerne auf andere Blogger.
In dieser Hausarbeit werden unter Weblogs nur die klassischen, hauptsächlich textbasierten Weblogs verstanden. Fotoblogs, also Websites, auf denen User hauptsächlich Fotos in zeitlich unbestimmten Abständen veröffentlichen oder Videoblogs, in denen Videos dasselbe Schicksal erfahren benutzen im Grunde dieselben Technologien, deshalb werden sie nur am Rande erwähnt.



