Dieser Abschnitt soll weder umfassend die existierenden Content Management Systeme (
Ein Content Management System verfolgt zunächst als erstes Ziel, mehreren Benutzern, z.B. Redakteuren, eine Möglichkeit zu bieten, ihren aufbereiteten Inhalt, z.B. Artikel, in ein fertiges System einzustellen, ohne sich Gedanken über das Design und deren Veröffentlichung machen zu müssen, bzw. ohne das technische Know-How mitzubringen. Ein Redaktionssystem einer Zeitung kann als Content Management System verstanden werden.
Baumgartner entwickelt sieben Funktionen für Content Management Systeme:
- Beschaffung und Erstellung von Inhalten
- Präsentation und Publikation von Inhalten
- Aufbereitung und Aktualisierung von Inhalten
- Management und Organisation von Inhalten
- Verteilung und Integration von Inhalten
- Verarbeitung von Inhalten (Workflow)
- Wiederverwendung von Inhalten
Die angegebene Liste definiert umfassend, die Anforderungen, die an ein solches System gestellt werden.
Traditionelle CMS verfügen außerdem über eine strukturierte Rechteverwaltung, für ein Redaktionssystem einer Zeitung z.B. eine zentrale Funktion. Hier kann der verantwortliche Redakteur den Artikel erst zur Kenntnis nehmen und ihn dann zur Veröffentlichung weiterleiten bzw. für den Druck freigeben. Im Prinzip handelt es sich hierbei um ein vertikal strukturiertes System, in dem der Redakteur einen Artikel an den User richtet.
Beispiele für CMS sind folgende:
- Typo3 – http://typo3.org/
- Ez Publish – http://ez.no/de
- Plone – http://plone.org/
- Joomla! – http://www.joomla.org/
Aktuell findet im Netz auch eine Abstimmung über die fünf besten Open Source CMS statt.
Eine größere Liste verfügbarer CMS findet man auf der Internetseite http://opensourcecms.com/, die auch einen Überblick über themenverwandte Projekte z.B. Blogs oder Wikis liefert.
Der Begriff Content und das deutsche Pendant Inhalt benötigen gerade in diesem Zusammenhang eine sich gegeneinander abgrenzende Definition. Unter Content versteht man jede elektronisch verarbeitete, gespeicherte oder verbreitete formunabhängige Information, d.h. jede Datei, jeder Text, jedes Bild, Musikstück oder Video fällt unter den weit gefassten Begriff des Contents. Inhalt wird in der Regel im engeren Sinne verstanden und meist auf einen Beitrag oder Artikel subsumiert.
Die meisten großen Firmen setzen jedoch auf Komplettlösungen, die nur ein ECM (Enterprise Content Management) bereitstellen kann. Neben den angesprochenen Funktionen zeichnen sich solche Systeme nach Grünebaum durch folgende Merkmale aus:
- Elektronische Archivierung (dauerhaft und revisionssicher)
- Dokumenten Management (Office Dokumente, E-Mails, Faxe usw.)
- Workflow Management
- Scan – , Klassifizierung – und Erfassungsanforderungen
- Publizieren von Informationen und Dokumenten aus den oben genannten Bereichen auf Internet/Intranet-Plattformen
- Knowledge-Management als Oberbegriff zum Aufbau und zur Nutzung von Wissensnetzwerken, welche auf Informationsbasis der vorgenannten Bereiche entstehen
In diesem Business Bereich drängen nun WCMS (Web Content Management Systeme), obgleich deren Hauptfunktion lediglich und fast ausschließlich in der Veröffentlichung von Content im Internet besteht, und zwar auf derart einfache Weise, dass jeder User, der ein wenig technisches Verständnis mitbringt, ein solches System bedienen, warten und nutzen kann.
Dies befähigt zudem jeden Interessierten, seinen Content einer breiten Masse an Internetnutzern zugänglich zu machen, gleichwohl, ob es sich um eine Privatperson handelt oder sich das Interesse aus der Marktwirtschaft ableitet. Oliver M. Merx weist darauf hin, dass es sich hierbei um UGC (User generated Content) handelt, der durch eine horizontale Struktur (User to User) gekennzeichnet ist. Betrachtet man z.B. die Onlinedienste mySpace oder Flickr, so kann hier von Communities gesprochen werden.
Weblogs bieten diesen Communities eine einfache Plattform zur Kommunikation.
Betrachtet man nun Web 2.0 in diesen umrissenen Rahmen teile ich die Auffassung von Dr. Ulrich Kampffmeyer, der eine Entwicklung weg vom lokalen Desktop PC hin zu mobiler Internettechnologie beschreibt:
Web 2.0 ermöglicht die Verlagerung der lokalen Arbeitsumgebungen in das Internet.
Eine umfassende Darstellung des Begriffs Web 2.0 liefert O’Reilly [die deutsche Übersetzung] und die damit verbundene Erkenntnis, dass nicht alte Technologien in neuem Gewand das Web 2.0 definieren, sondern, dass es sich vielmehr um eine neue Art der Nutzung dieser Technologien handelt.
Zusammenfassend lässt sich also konstatieren, dass die einzelnen User letztlich das Internet mit Daten und Wissen füllen und mit der Bildung von Communities zu einer weiteren Stufe der Vernetzung und Kommunikation aufsteigen.



