Der Platz des Blog im Web 2.0
Mit dem Begriff Web 2.0, der auf keine klare Spezifikation wie z.B. einer RFC aufbaut, sondern vielmehr ein von den Medien geschaffenes sprachliches Konstrukt ist, sind diverse Entwicklungen gemeint, die andernorts auch unter dem Begriff Social Software existieren. Hierzu zählen u.a. die Fotocommunities Flickr und Photobucket, die von sämtlichen Internetbenutzern erweiterbare Enzyklopädie Wikipedia, das zur Verbreitung von Daten beliebte File-Sharing-Protokoll BitTorrent aber auch die die vormals private Homepage ersetzenden Weblogs.
Technologien, die hier zum Einsatz gelangen sind das RSS in seinen verschiedenen Ausprägungen, sein potentieller Nachfolger Atom, das RDF um nur die wichtigsten zu nennen.
Der wohl augenscheinlichste Unterschied dieser Anwendungen zu vorigen Technologien, wie z.B. statischem HTML, FTP, der „klassischen“ englischprachigen Bibliothek Encyclopædia Britannica ist die Möglichkeit bei den neuen Anwendungen direkt und ohne technische Kenntnisse inhaltsbezogen Content veröffentlichen zu können.
Hierbei bedarf es in der Regel nur einer Internetverbindung, eines Webbrowsers und den eigenen Ideen, die man an den Mann bringen möchte. Oft fallen in diesem Zusammenhang auch noch Begriffe wie Ajax (welches zum dynamischen Nachladen von Daten zwischen dem Server und dem Browser benutzt wird – der Benutzer muss also nicht die komplette Website neuladen) oder Web Services (spezifizierte Schnittstellen auf entfernten Rechnern, die es anderen Anwendungen erlauben, z.B. mittels XML-RPC auf deren Daten zuzugreifen), diese stehen jedoch nicht zwingend in einem direkten Zusammenhang zu Weblogs.
Weblogs nehmen jedoch eine zentrale Rolle ein, da sie mit Hilfe der teils neuen, teils schon bewährten Techniken es dem User erlauben, seine Ideen und seine Kreativität ohne Technikkenntnisse zu veröffentlichen und sich damit darzustellen. Das Web ist einfach eine Spur privater geworden und führt die Menschen wieder enger zusammen. Seiten wie OpenBC oder das gerade so populäre Studiverzeichnis tragen nicht unerheblich zu dieser erfreulichen Entwicklung bei.
Fazit
Weblogs ersetzen erfolgreich die ehemals private Homepage, die meist nur selten und ungenügend aktualisiert wurde, um den Besucher auch regelmäßig hinschauen zu lassen. Weblogs vereinfachen es nicht nur den Autoren, ihre (meist auch spontanen Gedanken) schnell und problemlos der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sie stärken auch die Vernetzung kommunikationsbedürftiger Menschen untereinander. Darüber hinaus ermöglichen sie es durch die Push-Verfahren RSS und Atom dem mit Zeitmangel ausgestattetem Benutzer, sich dennoch stets über alle Neuigkeiten in Kenntnis zu setzen, denn das zeit- und motivationsraubende erfolglose Nachschauen nach aktualisierten Inhalten entfällt nun. Wie oben aufgeführte Zahlen eindrucksvoll beweisen, haben sich die Weblogs erfolgreich etabliert, was nicht zuletzt an einfach zu benutzenden Systemen mit vergleichsweise komplexer Technik, die jedoch komplett im Hintergrund bleibt, liegt.
Ohne euphorisch zu plakatieren wurde in dieser Arbeit deutlich, dass das Web ein großes Update erfahren hat und immer mehr Menschen sich dieser Technik bedienen und sich das Wissen aus dem Netz nutzbar machen. In diesen Zeiten des Umbruchs fällt es schwer voraussschauende Ausblicke zu geben, doch eines dürfte klar sein, mit Wikis, Social Software und Blogs werden sich auch noch unsere Kinder beschäftigen.



